Dr. Thomas Baum beim Lesen im Wartezimmer seiner Praxis

...und was da nicht stimmt!

Seit einiger Zeit kursiert ein fragwürdiger Anti-Fluorid-Artikel in den Weiten der unkontrollierten Facebook-Welt. Da uns hin und wieder einige verunsischerte Patienten darauf ansprechen, möchten wir hier die Gelegenheit nutzen, wenigstens die gröbsten Fehler einmal aufzuführen:

  1. Fluor wird mit Fluorid gleich gesetzt und darauf basierend die Eigenschaften des Fluor auf das Fluoridübertragen. Dass sich hierbei jedem, der ansatzweise in Chemie aufgepasst hat, die Nackenhaare aufstellen, bedarf eigentlich keiner weiteren Erläuterung. Nur ein Gleichnis für alle, die hier zweifeln: Würden Sie gern Chlor essen? Nein? Warum streuen Sie es sich dann auf Ihr Frühstücksei? Dann ist (Natrium-)Chlorid, also Speisesalz, wohl doch etwas anderes als Chlor...
  2. Es wird ein Szenario skizziert, in dem die Fluoridierung eine Verschwörung der Industrie und der Zahnärzteschaft ist, da es ja eigentlich die Zähne durch Ätzung kaputt machen würde. Wie falsch diese Annahme ist kann jeder selbst zu Hause überprüfen, der jemals eine Überempfindlichkeit der Zähne hatte: Trinken Sie etwas Kaltes bekommen Sie Schmerzen. Cremen Sie Ihre Zähne mehrere Tage vor dem Schlafengehen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta ein und schauen, wie sich Ihre Empfindlichkeit entwickelt. Machen Sie den Gegentest und lassen Zitronensaft (unzweifelhaft sauer) über Ihre Zähne laufen und schauen, was passiert. Dies empfehlen wir zwar nicht, aber wenn Sie sich wirklich von solchen Artikeln überzeugen lassen, machen Sie den Test!
    Und nebenbei: Von einer Verschwörung mit mehreren 100.000 Menschen über hunderte Länder und über Generationen hinweg, wo alle Beteiligten dicht halten, träumen Verschwörungstheoretiker, Geheimdienste und Lobbyisten seit vielen Jahren... :-)
  3. Wenn Fluorid also den Zahnschmelz zerstört, wie kommt es dann, dass viele Millionen Menschen weltweit mit flouridierter Zahnpasta putzen und immer noch Zähne haben? Zahnschmelz ist prinzipiell immer gleich aufgebaut, wenn ein Zahn angegriffen werden könnte, dann alle - überlegen Sie selbst... :-)
  4. Der genauso lustige wie traurige Höhepunkt ist das Anzweifeln von wissenschaftlichen Belegen für die Wirksamkeit der Fluoridierung auf unsere Zähne: "Alle erzählen sie etwas von angeblich 300.000 Untersuchungen, aber niemand präsentiert auch nur eine einzige davon." Machen Sie doch mal etwas, was man eigentlich auch von der Facebook-Gemeinde erwarten können sollte: Geben Sie bei z.B. bei PubMed, einer der größten Sammlungen wissenschaftlicher Arbeiten, die Stichworte "flouride dental prophylaxis" ein. So finden Sie die ersten 875 Veröffentlichungen - und das mit sehr speziellen Suchbegriffen, schauen Sie mal, was bei "fluoride dental" an Ergebnissen kommt...

Wenn Sie die Stellungnahme der Zahnärztekammer Sachesn Anhalt hierzu interessiert, schauen Sie doch hier:

http://www.zaek-sa.de/aktuelles/frage-der-woche-archiv.htm?details=123

Bleiben Sie interessiert und lassen Sie sich nicht auf jeden Unsinn ein,

Ihr Team der Zahnarztpraxis Dr. Baum